Washington (AFP) — Unter hohem Erwartungsdruck hat der designierte US-Präsident Barack Obama seine Arbeit in Washington aufgenommen. Zwei Wochen vor seiner Vereidigung führte Obama Gespräche mit Vertretern beider Parteien im US-Kongress über ein staatliches Programm zur Belebung der US-Wirtschaft. Laut US-Medien plant Obama Steuererleichterungen in Höhe von 300 Milliarden Dollar (220 Milliarden Euro). Am Wochenende hatten Obama und seine Familie ihre Heimatstadt Chicago verlassen und in einem Washingtoner Hotel Quartier bezogen.
Im US-Kongress wollte Obama die Weichen für ein massives staatliches Stützungspaket für die US-Wirtschaft stellen. "Ich bin heute hier, weil die Interessen des Volks nicht warten können", sagte Obama bei einem Treffen mit Parlamentschefin Nancy Pelosi. "Wir haben außerordentliche wirtschaftliche Herausforderungen vor uns."
Von den Steuererleichterungen sollten Arbeitnehmer ebenso profitieren wie Unternehmen, die neue Stellen schaffen, berichtete das "Wall Street Journal". Berichten zufolge soll das Paket einen Gesamtumfang von 775 Milliarden bis zu einer Billion Dollar haben.
Obama erhoffte sich nach Angaben seines Sprechers von den Unterredungen im Kongress einen parteiübergreifenden Konsens für die rasche Verabschiedung seines Pakets. Die jüngsten Konjunkturzahlen zeigten, "dass wir in einer sehr ernsten Situation sind, die schlechter wird und die in nächster Zeit nicht besser wird", sagte Sprecher Robert Gibbs.
Gibbs ging davon aus, dass die Beratungen zwischen Demokraten und Republikanern im Kongress einige Wochen in Anspruch nehmen würden. Er erwarte nicht, dass bei Obamas Vereidigung am 20. Januar bereits ein fertiger Entwurf vorliege, sagte er. Obama und sein Team wollen nach eigenen Angaben drei Millionen neue Arbeitsstellen schaffen, die Bewältigung der Wirtschaftskrise soll für die neue Regierung oberste Priorität haben.
Obama stellte derweil weitere personelle Weichen. Der Gouverneur des Bundesstaates Virginia, Tim Kaine, soll laut Zeitungsberichten neuer Chef der Demokratischen Partei werden. Kaine soll nach dem Willen Obamas dem bisherigen Parteichef Howard Dean nachfolgen, berichteten die "Washington Post" und die "New York Times". Der populäre Gouverneur gilt als enger Vertrauter Obamas, im Vorwahlkampf der Demokraten hatte er sich früh auf dessen Seite geschlagen.
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