Conakry/Paris (AFP) — Nach dem Militärputsch in Guinea haben sich die Rufe nach raschen Wahlen in dem westafrikanischen Land gemehrt. "Wir wünschen, dass im ersten Halbjahr 2009 freie und transparente Wahlen abgehalten werden", erklärte Frankreich, das derzeit die EU-Präsidentschaft innehat. Die Putschisten in der westafrikanischen Republik setzten sich derweil mit ihrem Machtanspruch gegen die Regierung durch. Staatschef Lansana Conté war am Dienstag nach jahrelanger Krankheit gestorben.
Ministerpräsident Ahmed Tidiane Souaré und zahlreiche Kabinettsmitglieder leisteten am Donnerstag der Anweisung Folge, sich in die Alpha-Yaya-Diallo-Kaserne in Conakry zu begeben, wo die Junta ihr Hauptquartier hat. Die Putschisten hatten am Mittwochabend verlangt, alle Regierungsmitglieder und ranghohen Militärs müssten sich binnen 24 Stunden dort einfinden, nachdem Hauptmann Moussa Dadis Camara sich zuvor zum neuen Staatschef ausgerufen hatte.
Camara und seine Anhänger hatten sich am Dienstag an die Macht geputscht, wenige Stunden nach dem Tod des langjährigen Staatschefs Lansana Conté. Dieser war selbst im April 1984 durch einen Putsch an die Macht gekommen und hatte das rohstoffreiche Land seitdem mit eiserner Hand regiert. Conté starb im Alter von 74 Jahren nach jahrelanger Krankheit. Bei einer Trauerfeier in Conakry erwiesen ihm mehr als 30.000 Landsleute die letzte Ehre.
Guinea müsse "so schnell wie möglich" für einen demokratischen Machtübergang sorgen, damit die politischen Einrichtungen des Landes wieder normal funktionierten, erklärte das französische Außenamt. Staatschef Nicolas Sarkozy hatte zuvor erklärt, Frankreich sei dem westafrikanischen Land "tief und freundschaftlich verbunden" und sorge sich sehr über die Situation. Guinea müsse "binnen kurzer Zeit" freie und transparente Wahlen organisieren. Auch die USA verlangten eine baldige demokratische Wahl.
Als Ratsvorsitzender der Europäischen Union rief Frankreich alle politisch und militärisch Verantwortlichen in Guinea auf, so schnell wie möglich für eine "friedliche und geordnete" Wende zu sorgen. Es sei wichtig, im ersten Halbjahr 2009 demokratische und transparente Wahlen abzuhalten, erklärte die Ratspräsidentschaft in Brüssel.
Die Vereinigten Staaten wiesen die Ankündigung der Militärjunta zurück, die nach eigenen Angaben erst in zwei Jahren Wahlen abhalten will. Die Afrikanische Union (AU) verurteilte die Machtübernahme durch das Militär.
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