Paris (AFP) — In einer als "Meilenstein" gefeierten Operation haben Ärzte aus drei Ländern einer jungen Frau ein Stück Luftröhre eingepflanzt, das sie mit Stammzellen der Patientin gezüchtet hatten. Die 30-jährige Kolumbianerin hatte schwere Atemprobleme, weil eine Bronchie durch eine Tuberkulose-Entzündung zerstört worden war, wie der Mediziner Paolo Macciarini von der spanischen Universität Barcelona und seine Kollegen aus Italien und Großbritannien mitteilten. Um Claudia Castillo die Entfernung eines ganzen Lungenflügels zu ersparen, setzten sie ihr eine "maßgeschneiderte" Röhre ein.
Die Ärzte nahmen dazu die Luftröhre eines Spenders und "schrubbten" mit einer besonderen Lösung sämtliche Zellen des Mannes herunter, wie es in der Erklärung hieß. Aus Castillos Knochenmark entnahmen sie Stammzellen, die sie im Labor zu Knorpelzellen heranzüchteten. Mit diesen körpereigenen Zellen der Patientin besiedelten sie dann die sterile Spenderröhre, die sie zusätzlich mit Epithelzellen aus der gesunden Luftröhre der Frau ausstatteten. In einem letzten Schritt entfernten die Mediziner die zerstörte Bronchie der Patientin und pflanzten ihr die künstlich herangezüchtete Röhre ein.
Vier Tage nach dem Eingriff sei das Transplantat kaum noch von der zweiten, normalen Bronchie zu unterscheiden gewesen, erklärten die Fachleute. Zehn Tage nach der Operation habe die junge Frau die Klinik verlassen können, um sich wieder um ihre beiden Kinder zu kümmern. Sie sei "sehr glücklich", dass ihre Beschwerden vorbei seien, erklärte Castillo. Die Ärzte sehen in der Operation einen Meilenstein, der "die Tür zu sicheren und maßgeschneiderten Transplantationen der Atemwege" öffnen könne.
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