Berlin (AFP) — Die zuletzt gesunkenen Gaspreise werden nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bis zum Winter wieder um mehr als 25 Prozent steigen. Das sagte die Energieexpertin des DIW, Claudia Kemfert, der "Bild am Sonntag". Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wies diese Prognose als "völlig unrealistisch" zurück.
Kemfert begründete ihre Vorhersage mit steigenden Ölpreisen, welchen der Gaspreis nachfolge. Deshalb werde Gas mit Verzögerung auch wieder teurer. Der BDEW erklärte demgegenüber, dass die Beschaffungskosten für Gas nur einen Teil des Endkundenpreises ausmachten. Derzeit würden die Gaspreise in Deutschland weiter sinken.
Das Verbraucherportal Verivox ging vor wenigen Tagen von stabilen Gas-Preisen bis zum Jahresende aus. Danach sei mit einer Steigerung von fünf bis zehn Prozent zu rechnen.
Laut BDEW geben Energieversorger Preissenkungen so schnell wie möglich weiter, da der Wettbewerb um Haushaltskunden zunehme: Mittlerweile hätten 23 Prozent dieser Kunden den Versorger oder ihren Tarif gewechselt. Die seit Jahresbeginn fallenden Einkaufskosten hätten deshalb hunderte Unternehmen bereits mitten in der Heizperiode an die Kunden weitergegeben.
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