Washington — Mit einer Internetkampagne fordern Diplomaten-Gattinnen die Frau des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad auf, sich offen gegen die Niederschlagung der Oppositionsbewegung in ihrem Land auszusprechen. "Wir wünschen uns Unterschriften von Frauen aus aller Welt, die an Asma al-Assad die klare Botschaft senden, dass das Blutvergießen ein Ende haben muss", sagte die Ehefrau des deutschen UN-Botschafters, Huberta von Voss-Wittig, der Nachrichtenagentur AFP.
Voss-Wittig hat die Initiative gemeinsam mit der Frau des britischen UN-Botschafters, Sheila Lyall Grant, ins Leben gerufen. Ihre Online-Petition auf der Internetplattform change.org verlangt von Asma al-Assad, als "Frau, Ehefrau und Mutter von jungen Kindern" ihrer Verantwortung nachzukommen und sich nicht hinter ihrem Mann zu verstecken. "Hunderte von Kindern in Ihrem Land sind schon gestorben, zehntausende wurden verletzt und vertrieben, viele wurden traumatisiert", heißt es in dem Aufruf an die gebürtige Britin.
In einer auf Youtube veröffentlichten vierminütigen Videobotschaft an Asma al-Assad werden Bilder der glamourös auftretenden 36-Jährigen gegen Aufnahmen von den Kämpfen und des Leidens in Syrien geschnitten. "Liebe Asma", beginnt der Text des Videos, "einige Frauen sorgen sich um ihren Stil. Und einige Frauen sorgen sich um ihr Volk."
Voss-Wittig betonte, dass es sich bei der Kampagne um eine Privatinitiative und "keine Konkurrenzveranstaltung" zur UNO handele. Asma al-Assad sei eine moderne Frau, die viel im Internet unterwegs sei, sagte die deutsche Botschafter-Gattin. "Wir hoffen, dass die Botschaft sie dazu bewegen wird, mit gutem Beispiel voranzugehen."
Seit Beginn der Gewalt in Syrien vor über einem Jahr sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 9000 Menschen ums Leben gekommen. In der vergangenen Woche trat eine Waffenruhe in Kraft, allerdings gab es in zahlreichen Städten weiter Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Anhängern der Oppositionsbewegung. Der UN-Sicherheitsrat beschloss eine Beobachtermission zur Überwachung des Waffenstillstandes, ein Vorausteam traf am Sonntag in der syrischen Hauptstadt Damaskus ein.
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