EU und Brasilien wollen gemeinsam gegen Finanzkrise kämpfen

Rio de Janeiro (AFP) — Die Europäische Union und Brasilien wollen sich gemeinsam gegen die weltweite Finanzkrise stemmen. Um grundlegende Änderungen im Weltfinanzsystem erreichen zu können, müssten aber beide "mit einer Stimme sprechen", sagte EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy nach dem zweiten EU-Brasilien-Gipfel in Rio de Janeiro. Gemeinsam solle deshalb der Weltfinanzgipfel der G-20-Länder in knapp vier Monaten vorbereiten werden.

Der nächste Gipfel der G-20-Gruppe, zu der die maßgeblichen Industrie- und Schwellenländer zählen, findet am 2. April in London statt. Bis zu diesem Treffen wolle die EU mit Brasilien an einer "gemeinsamen Vorstellung" zur künftigen Rolle des Internationalen Währungsfonds und zu einem Überwachungssystem für die Finanzinstitutionen arbeiten, sagte Sarkozy bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva.

Der französische Staatschef, dessen Land noch bis Jahresende die EU-Ratspräsidentschaft innehat, hatte bereits zuvor auf einer französisch-brasilianischen Unternehmerkonferenz in Rio de Janeiro die Bedeutung der Zusammenarbeit der beiden Weltregionen hervorgehoben. "Europa und Brasilien müssen zusammenarbeiten. (...) Das ist eine Pflicht." Beide sollten mit "gemeinsamen Vorschlägen" zum G-20-Gipfel nach London fliegen.

Bei ihrem jüngsten Finanzgipfel hatten sich die Staats- und Regierungschefs der G-20-Staaten Mitte November in Washington auf ein strengeres Regelwerk und einen Aktionsplan für die Finanzmärkte sowie Schritte zur Ankurbelung der Wirtschaft geeinigt. Der Plan beinhaltet sowohl kurz- als auch mittelfristige Maßnahmen, die künftige Finanzkrisen verhindern sollen. Einige Punkte des Aktionsplans sollen bis zum 31. März umgesetzt werden.

Mit der Teilnahme am EU-Brasilien-Gipfel absolvierte Sarkozy seine letzte Auslandsreise als EU-Ratspräsident, die ab Januar an Tschechien übergeht. Am Dienstag wollte er in seiner Funktion als Frankreichs Staatschef ein Abkommen über eine "strategische Partnerschaft" zwischen Frankreich und Brasilien unterzeichnen.

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