Washington/Berlin (AFP) — Nach dem Hilferuf des Autobauers Opel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Konzernspitze und Betriebsrat für Montag ins Kanzleramt eingeladen. Bei dem Treffen sollten Hilfsmöglichkeiten für Opel ausgelotet werden, kündigte Merkel am Rande des Weltfinanzgipfels in Washington an. Zugleich bestätigte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) in Washington, dass am Dienstag im Finanzministerium ein Spitzentreffen zur Opel-Krise stattfinden wird. Medienberichten zufolge fehlen Opel derzeit insgesamt zwei Milliarden Euro, die das US-Mutterhaus General Motors (GM) seiner deutschen Tochter schulde.
Der angeschlagene Autokonzern hatte zuvor Bund und Länder um Bürgschaften gebeten.Auf dem Opel-Krisengipfel am Dienstag im Berliner Finanzministerium wollen Bund und Länder laut "Focus" über eine Staatsbürgschaft entscheiden. Steinbrück bestätigte das Treffen, nannte es aber bedauerlich, dass Informationen darüber bereits in die Öffentlichkeit gelangt seien. Es "wäre sehr ratsam", wenn der Politik die Gelegenheit gegeben würde, solide zu arbeiten. Es gebe da noch eine ganze Reihe von Problemen, zum Beispiel beihilferechtlicher Art.
Laut "Focus" stellen Bund und Länder Bedingungen für einen Risikoschirm zugunsten des Autokonzerns. Demnach fordern Steinbrück und die Ministerpräsidenten von Opel für die Finanzhilfe eine Absicherung nach dem US-Insolvenzrecht sowie eine zusätzliche Absicherung durch "nationale Gegenwerte".
Wie die "BamS" berichtete, soll GM seiner deutschen Tochter eine Milliarde Euro in Form von Vermögenswerten in Europa in Aussicht gestellt haben, die Opel als Sicherheiten für Kredite überlassen werden könnten. Angesichts der zwei Milliarden Euro, die Opel fehlten, müssten Bund und Länder demzufolge mindestens für eine Milliarde Euro bürgen.
Derweil will sich auch der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier nach Informationen von "Spiegel" und "Focus" in die Debatte über die Krise der Autoindustrie einschalten. Für Montag habe der Außenminister die Gesamtbetriebsräte der deutschen Autobauer ins Auswärtige Amt eingeladen, berichteten die Magazine übereinstimmend. An dem Treffen nehmen demnach auch Steinbrück und IG-Metall-Chef Berthold Huber teil.
Nach Informationen der Branchenzeitung "Automobilwoche" richtet sich der Stuttgarter Autohersteller Daimler unterdessen auf eine anhaltend schwache Pkw-Nachfrage ein und will im kommenden Jahr rund 150.000 Mercedes-Autos weniger bauen als ursprünglich geplant.
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