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Moskau: Gaddafis Machtverzicht bereits Thema

Bengasi — Beim Besuch des libyschen Außenministers in Moskau diese Woche ist nach Angaben aus dem russischen Außenministerium "konkret" über einen Machtverzicht von Muammar el Gaddafi gesprochen worden. Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Vertreter des Außenministeriums berichtete, war das Thema Gegenstand der Diskussionen zwischen Abdelati el Obeidi und seinem Kollegen Sergej Lawrow - "auch im Licht der bereits aufgenommenen Kontakte zwischen Tripolis' Vertretern und den Amerikanern und Franzosen". Obeidi hatte nach dem Treffen gesagt, ein Rückzug Gaddafis stehe nicht zur Debatte.

Russland hält Kontakt sowohl zu Vertretern des libyschen Machthabers Gaddafi als auch zu den für seinen Sturz kämpfenden Rebellen. Eine Anerkennung des Nationalen Übergangsrats der Aufständischen als legitime Vertretung des libyschen Volkes lehnt Moskau im Gegensatz zu zahlreichen westlichen Ländern aber ab. Im März hatte sich Russland im UN-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über den Militäreinsatz gegen Libyen enthalten. Obwohl Moskau durch den Verzicht auf ein Veto den Einsatz erst möglich machte, hat der Kreml seitdem die NATO-Luftangriffe in Libyen regelmäßig kritisiert.

Unterdesseni haben die libyschen Aufständischen nach eigenen Angaben bewaffnete Einsatzkommandos in die Hauptstadt Tripolis eingeschleust. "Das sind kleine Gruppen, gute Kämpfer, ausgebildet in Bengasi", sagte der Rebellen-Befehlshaber Fausi Bukatif in der Küstenstadt Bengasi, der Hochburg der Aufständischen. Am Donnerstag kursierten Gerüchte, Aufständische in Tripolis hätten versucht, Angehörige der Führung um Gaddafi zu töten. Bukatif sagte, davon sei ihm nichts bekannt. Allerdings rechne er damit, dass so etwas passieren werde.

Gaddafi erklärte in einer in seine Geburtsstadt Sirte übertragenen Rede, die Schlacht seit bereits zu seinen Gunsten entschieden. An die NATO gerichtet sagte er: "Sie haben es das erste Mal mit einem bewaffneten Volk zu tun." Mehrere tausend Anhänger Gaddafis hatten sich in der Küstenstadt Sirte, 450 Kilometer östlich von Tripolis, versammelt, um die Rede zu verfolgen.

Der Volksaufstand gegen den seit Jahrzehnten in Libyen herrschenden Machthaber hatte im Februar begonnen. Seit Ende März fliegt eine internationale Militärallianz unter Führung der NATO Angriffe auf Ziele in Libyen. Der UN-Sicherheitsrat hatte zuvor eine Resolution verabschiedet, die ein militärisches Eingreifen zum Schutz der Zivilbevölkerung erlaubt.