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Merkel reist kommende Woche nach China

Berlin — Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist in der kommenden Woche zum fünften Mal in ihrer Amtszeit nach China. Merkel werde im Rahmen des zweitägigen Aufenthalts unter anderem mit Präsident Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao sprechen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mit. Geplant ist zudem eine Rede zu Finanz- und Währungsfragen an der Akademie für Sozialwissenschaften in Peking.

Ministerpräsident Wen wird Merkel dann auf der Weiterreise in die Provinz Kanton begleiten, wo die Kanzlerin an einem Wirtschaftsforum teilnehmen wird. Merkel reist am Mittwoch aus Berlin ab.

Bei Protesten im Südwesten Chinas töteten Sicherheitskräfte nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten erneut einen Tibeter. Der 20-Jahre alte Mann sei im Bezirk Rangtang in der Provinz Sichuan erschossen worden, teilten die in den USA ansässige Internationale Kampagne für Tibet und das in Indien ansässige tibetische Zentrum für Menschenrechte mit. Polizisten hätten am Donnerstag das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet, die die Festnahme eines Tibet-Aktivisten verhindern wollte. Dabei sei ein Demonstrant getötet worden.

Ein örtlicher Regierungsvertreter bestritt, dass es überhaupt Proteste gegeben habe. Informationen aus der Region können nur schwer überprüft werden, da das Gebiet offenbar komplett abgeriegelt ist. Reporter der Nachrichtenagentur AFP, die in den vergangenen Tagen in den Westen Sichuans reisen wollten, wurden von Polizisten daran gehindert.

Bislang sollen bei den Protesten der Tibeter in Sichuan mit dem Toten vom Donnerstag mindestens drei Menschen getötet worden sein. Bereits am Montag und Dienstag hatten Polizisten in den Städten Luhuo und Seda auf Demonstranten geschossen und dabei jeweils mindestens einen Demonstranten getötet.

Die Tibeter in der Region wehren sich seit langem gegen die von ihnen empfundene Unterdrückung durch die chinesischen Behörden. Den Protesten in dieser Woche waren mindestens vier Selbstverbrennungen von Tibetern allein in diesem Monat aus Protest gegen die Tibet-Politik der chinesischen Regierung vorausgegangen. China hat Tibet im Jahr 1951 besetzt und kontrolliert die autonome Region sowie die anliegenden Provinzen, in denen zahlreiche buddhistische Tibeter leben, mit harter Hand.