Berlin (AFP) — Deutschland ist einer Studie der Antikorruptionsorganisation Transparency International zufolge führend bei der Verfolgung von Auslandsbestechung. Deutschland, Norwegen, die Schweiz und die USA seien die einzigen Länder weltweit, in denen eine aktive Verfolgung stattfindet, teilte Transparency International (TI) mit. Die Autoren der Studie untersuchten, inwieweit das OECD-Übereinkommen über die Bekämpfung der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr in 36 Mitgliedsländern umgesetzt wurde.
In Deutschland habe sich in den vergangenen Jahren "in Sachen Korruptionsverfolgung einiges getan", erklärte TI-Vorstandsmitglied Sebastian Wolf. Dass sich die Bundesrepublik damit allerdings in die Spitzengruppe habe emporarbeiten können, weise auf die großen Defizite in den anderen Ländern hin. Wolf kritisierte, dass ein Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Korruptionsbekämpfung seit zwanzig Monaten im Bundestag liege und in dieser Legislaturperiode voraussichtlich nicht mehr beraten und verabschiedet werde.
Laut der TI-Studie engagieren sich elf der 36 untersuchten Staaten mäßig bei der Verfolgung von Auslandsbestechung, unter ihnen Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan. Kaum oder keine Verfolgung findet demnach statt in 21 Staaten, unter ihnen Australien, Kanada, Österreich und die Türkei.
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