Erbil (AFP) — Türkische Kampfflugzeuge und iranische Artillerie haben Ziele im Nordirak bombardiert. Die Angriffe hätten in einigen Dörfern große Schäden verursacht, sagte Dschabbar Jawar, der Sprecher der Peschmerga-Einheiten irakischer Kurden. Viele Bewohner befänden sich auf der Flucht. Am zweiten Tag in Folge flog die türkische Luftwaffe Angriffe auf Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Kandil-Gebirge. Das teilte die türkische Armee in einer Erklärung auf ihrer Internetseite mit. Über mögliche Opfer machte sie keine Angaben.
In der Erklärung der türkischen Armee heißt es lediglich, die Flugzeuge hätten ihre Mission erfolgreich abgeschlossen und seien ohne Probleme zurückgekehrt. Zudem habe die Armee Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um die Zivilbevölkerung nicht zu gefährden.
Bereits in der Nacht zum Sonntag hatte die türkische Luftwaffe mehrere Dörfer im Norden Iraks bombardiert und dabei nach PKK-Angaben sieben Menschen getötet. In der Vergangenheit hatten türkische Kampfflugzeuge immer wieder Stellungen der PKK im Nordirak angegriffen. Der NATO-Partner USA unterstützt die Türkei dabei mit Geheimdienstinformationen.
Die türkische Regierung wirft den irakischen Kurden vor, die Aktivitäten von 2000 PKK-Kämpfern, die sich in den Bergen im Norden des Landes versteckt halten sollen, zu dulden und sogar zu unterstützen. Die Türkei, die Europäische Union und die USA stufen die PKK als Terrororganisation ein. Seit 1984 kämpft die Gruppe für einen kurdischen Staat oder zumindest größere Autonomie im mehrheitlich von Kurden bevölkerten Südosten der Türkei. In dem Konflikt sind 44.000 Menschen getötet worden.
Auch der Iran greift immer wieder Stellungen kurdischer Rebellen im Nordirak an. Teheran macht eine Schwesterorganisation der PKK für bewaffnete Aktionen im Westen des Irans verantwortlich.
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