New York (AFP) — Führende US-Autobauer haben im Kongress auf schnelle Staatshilfe gedrungen. Ohne diese könnte seinem Unternehmen das Geld ausgehen, warnte Chrysler-Chef Robert Nardelli. Ohne Finanzspritze des Staates drohe die nötige Liquiditätsschwelle für die Aufrechterhaltung der Produktion unterschritten zu werden. Ein Bankrott auch nur eines der drei großen US-Autokonzerne Chrysler, Ford und General Motors hätte "verheerende" Folgen für die gesamte US-Wirtschaft, warnte Nardelli laut Redetext bei seiner Anhörung im Senat.
Auch Ford-Chef Alan Mulally warnte vor dem möglichen Domino-Effekt eines Bankrotts eines der drei Konzerne. Dieser werde nicht nur bei Zulieferern, sondern in der gesamten Wirtschaft spürbar sein. Bis zu drei Millionen Arbeitsplätze könnten betroffen sein, sagte Mulally laut Redetext. Bei den Anhörungen ging es um mögliche neue Milliarden-Hilfen für die kränkelnden US-Autobauer.
Die Demokratische Partei hatte am Montag einen Antrag eingebracht, der weitere rund 25 Milliarden Dollar (rund 20 Milliarden Euro) für die schwer angeschlagene Branche vorsieht. Präsident George W. Bush sperrt sich aber gegen weitere Hilfen. Das Weiße Haus verweist auf ein erstes Hilfspaket für die Autobauer über 25 Milliarden Dollar. Die Demokraten bräuchten derzeit die Zustimmung von zehn Republikanern, um weitere Hilfen für die Autobauer umzusetzen. Erst mit dem Machtwechsel in Washington im Januar haben sie eine Mehrheit. Die Autobauer warnen aber, sie könnten nicht so lange warten.
Die Zurückhaltung der US-Konsumenten hat die Verkäufe der US-Autobauer in den vergangenen Monaten dramatisch einbrechen lassen. Aufgrund der schweren Probleme von General Motors hat die deutsche Tochter Opel die Bundesregierung um staatliche Hilfen gebeten.
Die Führungskräfte der General-Motors-Tochter Opel müssen unterdessen von sofort an auf Teile ihres Einkommens verzichten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Angaben von General Motors Europa. Demnach hat GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster für die kommenden 14 Monate konzernweit alle vertraglich zugesicherten Bonuszahlungen, Prämien und sonstigen Sondervergütungen gestrichen.
Die Regelung gelte für die oberen Management-Ebenen an allen europäischen Standorten, also auch im Saab-Werk Trollhättan in Schweden, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter.
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