Vor zehn Jahren begann Bau der Internationalen Raumstation

Washington (AFP) — Vor genau zehn Jahren hat mit der Internationalen Raumstation ISS das größte Technologieprojekt aller Zeiten seinen Anfang genommen. "Morgenröte" hieß das russische Modul, das am 20. November 1998 von Baikonur aus seine Reise ins Weltall antrat. Seit zehn Jahren nun bauen 16 Staaten aus Ost und West gemeinsam am ersten Außenposten der Menschheit im Weltraum. Noch ist er eine Baustelle, doch bereits seit November 2000 ist die ISS ständig bewohnt.

Die Fluktuation in der Astronauten-WG ist groß: 167 Raumfahrer aus 15 Nationen besuchten seither die Raumstation 350 Kilometer über der Erde. Bis 2010 soll sie ihre endgültige Größe erreicht haben und dann 108 auf 88 Meter messen - das entspricht in etwa der Größe eines Sportplatzes.

Derzeit wiegt die ISS etwa 300 Tonnen, in zwei Jahren sollen es 450 Tonnen sein, die mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Kilometern pro Stunde um die Erde kreisen. Für eine Erdumrundung braucht die ISS 90 Minuten. Einen schweren Rückschlag erlitt das Projekt, als im Januar 2003 die US-Raumfähre Columbia verunglückte, was den Ausbau der Station um zwei Jahre verzögerte.

Den größten Teil der 100 Milliarden Dollar (80 Milliarden Euro), die die ISS kostet, tragen die USA. 15 weitere Staaten beteiligen sich mit Geld und Know-how an dem Projekt: Russland, Japan, Kanada, Brasilien sowie elf Staaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA, unter ihnen Deutschland. Diese Kooperation von russischen und US-Wissenschaftlern war erst durch das Ende des Kalten Krieges möglich geworden.

Künftig sollen sechs statt bisher drei Astronauten dauerhaft in der Schwerelosigkeit leben. Damit Platz für den Zuwachs ist, brachte die US-Raumfähre Endeavour vergangene Woche 14,5 Tonnen Baumaterial zur Internationalen Raumstation.

Zwei Astronauten der US-Raumfähre "Endeavour" verließen derweil die Internationale Raumstation ISS zu ihrem zweiten Weltraumeinsatz. Heide Stefanyshyn-Piper und Shane Kimbrough verließen nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA die Dekompressionskabine der ISS. Die Astronauten sollen die Reinigung des Drehgelenkes von einem der drei Solarausleger der Raumstation fortsetzen. Auch die Greifwerkzeuge des Roboterarms der ISS sollen neu geölt werden.

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