Gaza/Berlin (AFP) — Erstmals seit Beginn der Kämpfe im Gazastreifen haben Israel und die Hamas die Waffen vorübergehend schweigen lassen. Die israelische Armee gab bekannt, aus "humanitären Gründen" täglich zwischen 12.00 und 15.00 Uhr MEZ auf Bombenangriffe im Gazastreifen zu verzichten. An die Feuerpause in Gaza und Umgebung hielten sich auch die Palästinenser weitgehend, danach setzten beide Seiten ihre Angriffe jedoch fort. In Deutschland wurde über die mögliche Entsendung von Blauhelmsoldaten in den Nahen Osten diskutiert.
Aus dem israelischen Verteidigungsministerium hieß es, die Feuerpause gelte nur für die Stadt Gaza und Umgebung. Ein Armeesprecher sagte, mit der Feuerpause solle die Lieferung von Hilfsgütern und die Arbeit von Hilfsorganisationen ermöglicht werden. 80 Lastwagen sollten demnach Hilfsgüter und Treibstoff nach Gaza transportieren.
Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass in der genannten Zeit keine Explosionen in Gaza zu hören waren. Nach der dreistündigen Feuerpause nahm Israel seine Angriffe in Gaza Augenzeugen zufolge wieder auf. Auch aus dem Gazastreifen wurden nach Armeeangaben erneut Raketen auf Israel geschossen, während der Feuerpause war demnach eine Rakete auf Aschkelon niedergegangen.
Das israelische Sicherheitskabinett stimmte laut einem hochrangigen Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums einer Ausdehnung der Bodenoffensive im Gazastreifen zu. Die endgültige Entscheidung darüber wurde aber Verteidigungsminister Ehud Barak überlassen. Aus dem israelischen Verteidigungsministerium verlautete zudem, Baraks politischer Berater Amos Gilad werde am Donnerstag nach Kairo reisen, um über Ägyptens Vorschlag für eine Waffenruhe zu beraten.
Der Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), wies unterdessen Überlegungen für eine deutsche Beteiligung an einem Blauhelm-Einsatz im Gazastreifen kategorisch zurück. Er sehe "keine Grundlage für eine internationale Friedensmission im Gazastreifen, und schon gar nicht mit deutscher Beteiligung", sagte er der "Welt". Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bezeichnete die Diskussion als "verfrüht".
Zuvor hatten Außenpolitiker von Union und SPD eine Entsendung deutscher Blauhelme in den Gazastreifen ins Gespräch gebracht. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, sprach sich dafür aus. Für diesen Fall würde sie sich für die deutschen Soldaten ein "robustes" Mandat wünschen, sagte Knobloch.
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