Hamburg (AFP) — Das bei Internetnutzern offenbar zunehmend beliebte Spiel "Pennergame" verletzt nach Ansicht der Hamburger SPD-Politikerin Ksenija Bekeris die Würde obdachloser Menschen. Der in der Hansestadt ansässige Betreiber Farbflut Entertainment verstoße damit gegen das Grundgesetz und müsse das Online-Spiel vom Markt nehmen, erklärte die Bürgerschaftsabgeordnete am Freitag. Sie forderte zudem in einer schriftlichen Kleinen Anfrage den Hamburger Senat zu einer Stellungnahme auf.
Teilnehmer bei "Pennergame" schlüpfen laut der Internetseite des Spiels in die Rolle eines "untalentierten Penners am Hamburger Hauptbahnhof" mit dem Ziel, reich zu werden. Mittel dazu sind im Spiel etwa Taschendiebstähle, Trickbetrügereien oder das Sammeln von Pfandflaschen. Laut Bekeris müssen Spieler dabei den Alkoholpegel ihrer Figur permanent hochhalten. All dies stelle einen "herablassenden, beleidigenden und im besten Fall gedankenlosen Umgang mit dem Thema Obdachlosigkeit" dar, erklärte die SPD-Politikerin.
Die Betreiber des Spiels gäben Klischees über Obdachlose wieder, um damit Geld zu verdienen, kritisierte Bekeris. "Dabei interessieren die realen gesellschaftlichen Zusammenhänge von Reichtum, Armut und Obdachlosigkeit überhaupt nicht." Laut Farbflut-Internetseite ist "Pennergame" mit mehr als 400.000 Spielern und mehr als 20 Millionen Seitenzugriffen am Tag "eines der erfolgreichsten und am schnellsten wachsenden Browsergames Deutschlands" und soll bald auch im Ausland etabliert werden.
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