"Öko-Test": Spielzeug nach wie vor oft mit Schadstoffen belastet

Frankfurt/Main (AFP) — Kinderspielzeug ist laut "Öko-Test" in vielen Fällen noch immer mit Schadstoffen belastet. Kurz vor Beginn der Weihnachtssaison prüfte das Verbrauchermagazin insgesamt 68 Produkte Plastikfiguren, Puppen oder Plüschtiere, von denen nach Angaben vom Donnerstag mehr als die Hälfte mit "ungenügend" durchfiel. Fünf Spielzeuge waren demnach über die gesetzlichen Grenzwerte hinaus so stark mit Schadstoffen belastet, dass sie den Testern zufolge gar nicht verkauft werden dürften. Immerhin erhielten 20 der getesteten Artikel die Bestnote "sehr gut", neun weitere schnitten "gut" ab.

Die positive Nachricht: Fast alle Holz- und Plastikbausteine und nahezu alle Kugelbahnen kamen ohne Beanstandungen durch den Test. Dagegen waren viele der geprüften Puppen, Anziehpuppen und auch Kunststofftiere laut "Öko-Test" randvoll mit gefährlichen Schadstoffen und sollten auf keinen Fall unter dem Weihnachtsbaum liegen. In zwei Spielzeugen fanden die Tester demnach stark erhöhte Bleiwerte. Bleibelastungen hatten im Frühjahr zu weltweiten Rückrufaktionen von Spielzeug aus China geführt.

Drei Produkte, darunter eine Puppe, wiesen laut Bericht jeweils mehrere der in Babyartikeln und Kinderspielzeug verbotenen Phthalat-Weichmacher über dem Toleranzwert auf. In der Puppe waren zudem Flammschutzmittel nachweisbar, die laut Umweltbundesamt wegen ihrer Risiken bereits nicht mehr eingesetzt werden, zumindest in Computern, DVD-Playern und Handys. Ein weiteres Problem sind nach Ansicht des Verbrauchermagazins Sicherheitsmängel, zum Beispiel die Strangulierungsgefahr durch ein langes Haarband sowie verschluckbare Kleinteile, an denen Kinder ersticken können.

Die Tester legten für ihre Prüfung strengere Maßstäbe zugrunde als zum Beispiel die Spielzeugnorm und andere Vorschriften. Viele Hersteller verwiesen in der Reaktion auf die Testergebnisse nach Angaben von "Öko-Test" darauf, dass sie die gesetzlichen Anforderungen und die Einhaltung der Spielzeugnorm regelmäßig überprüfen lassen. Einige Unternehmen kritisierten zudem, dass das Verbrauchermagazin zum Teil mit "willkürlich festgelegten internen Kriterien" eigene Bewertungen vornehme. "Öko-Test" begründet sein Vorgehen hingegen damit, dass es viele Grenzwerte für "zu lasch" halte. "Wir möchten im Sinne der Verbraucher testen, denn bekanntermaßen sind die Gesetze bei Weitem nicht ausreichend, um ein sicheres Spielzeug zu gewährleisten", heißt es weiter in dem Testbericht.

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