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Familienministerin will mehr Frauen in Führungsetagen

Hamburg — Der Frauenanteil in den Führungsetagen deutscher Unternehmen soll nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) steigen. "Unternehmen müssen genau aufschlüsseln, welchen Frauenanteil es auf welchen Ebenen gibt und wie der sich entwickelt", sagte Schröder der "Financial Times Deutschland". Dazu wolle sie zu allererst Transparenz und Berichtspflichten deutlich verbessern. "Und an diesen Ergebnissen werden sich die Unternehmen dann auch messen lassen müssen."

Eine Frauenquote für Aufsichtsräte beurteilt Schröder skeptisch. Eine solche Regelung sei allenfalls dann sinnvoll, wenn alle anderen Instrumente zu wenig Wirkung zeigten. "Eine Quote ist für mich immer nur Ultima ratio. Sie ändert nichts an den Ursachen, sie doktert nur an den Symptomen rum", sagte die Ministerin. Sie wolle daher bessere Chancen für Frauen in Kooperation mit der Wirtschaft erreichen. "Ich werde in den nächsten Monaten viele Gespräche mit der Wirtschaft führen, da werde ich sehen, wie ernst es ihnen ist."

Der Frauenanteil in deutschen Unternehmen ist vor allem in den Chefetagen verschwindend gering. Derzeit gibt es 2,5 Prozent weibliche Vorstände und knapp zehn Prozent weibliche Aufsichtsräte, wovon der große Teil über die Gewerkschaften entsandt werden.

Einem "Focus"-Bericht zufolge plant die Deutsche Telekom als erster Dax-Konzern eine Frauenquote. Das Bonner Unternehmen werde am Montag bekannt geben, den Anteil der Frauen im Konzern auf mindestens 30 Prozent zu steigern. Dies soll dem Magazin zufolge nicht nur für Führungsposten, sondern auch für alle Neueinstellungen gelten, um langfristig mehr Frauen in leitende Positionen zu bringen.