Account Options

  1. Sign in
    Screen reader users: click this link for accessible mode. Accessible mode has the same essential features but works better with your reader.

    Patents

    1. Advanced Patent Search
    Publication numberWO2013050016 A1
    Publication typeApplication
    Application numberPCT/DE2012/000955
    Publication dateApr 11, 2013
    Filing dateOct 1, 2012
    Priority dateOct 7, 2011
    Also published asDE102011115062A1
    Publication numberPCT/2012/955, PCT/DE/12/000955, PCT/DE/12/00955, PCT/DE/2012/000955, PCT/DE/2012/00955, PCT/DE12/000955, PCT/DE12/00955, PCT/DE12000955, PCT/DE1200955, PCT/DE2012/000955, PCT/DE2012/00955, PCT/DE2012000955, PCT/DE201200955, WO 2013/050016 A1, WO 2013050016 A1, WO 2013050016A1, WO-A1-2013050016, WO2013/050016A1, WO2013050016 A1, WO2013050016A1
    InventorsMartin Klare, Frank Gischer, Markus Kaiser, Thomas Veit
    ApplicantDreve Prodimed Gmbh
    Export CitationBiBTeX, EndNote, RefMan
    External Links: Patentscope, Espacenet
    Rohling zur abtragenden herstellung von ohrpassstücken
    WO 2013050016 A1
    Abstract
    Die Erfindung betrifft einen Rohling zur abtragenden Herstellung von Ohrpassstücken, wobei der Rohling aus einem 2-Komponenten-Gießwerkstoff gefertigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass dessen Komponente A aus einem Präpolymerisat und einem Iminooxadiazindionderivat besteht, dessen Komponente B ein Kettenverlängerungsgemisch enthält.
    Claims  (OCR text may contain errors)
    Rohling zur abtragenden Herstellung von
    Ohrpassstücken, wobei der Rohling aus einem 2- Komponenten- Gießwerkstoff gefertigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass dessen Komponente A aus einem Präpolymerisat und einem
    Iminooxadiazindionderivat besteht, dessen Komponente B ein Kettenverlängerungsgemisch enthält .
    Rohling nach Anspruch 1, dadurch
    gekennzeichnet, dass dessen Komponente A, d aus einem Präpolymerisat, welches aus der Umsetzung eines Überschusses an mindestens T DI mit mindestens zwei niedermolekularen aliphatischen oder cycloaliphatischen
    Hydroxylverbindungen (m<200) mit n=2,
    mindestens einer Hydroxylverbindung mit n>2 und einer höhermolekularen Polyolverbindung mit n>2 und einem m>400 und einem
    etallkatalysator hergestellt wird, wobei d Überschuss an mol NCO Gruppen zu OH-Gruppen zu 0,5 bis 0,7 beträgt, und einem
    Iminooxadiazindion-Derivat mit der Formel
    besteht . Rohling nach Anspruch 2. dadurch
    gekennzeichnet, dass die Hydroxylverbindung mit n>2 Trimethylolpropan ist.
    Rohling nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass als polymere Polyole Polyesterpolyole, Polyetherpolyole und Polyalkohole, die sowohl Ether- als auch
    Estergruppen enthalten, enthalten sind.
    Rohling nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die
    Hydroxylverbindungen ein Äquivalentgewicht von 100 bis 800 pro Hydroxylgruppe besitzen.
    Rohling nach Anspruch 5, dadurch
    gekennzeichnet, dass die Hydroxylverbindungen ein Äquivalentgewicht von 250 bis 600 pro Hydroxylgruppe besitzen.
    Rohling nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die
    Imoniooxadiazindion- Derivate asymmetrische Trimere von Diisocyanaten sind.
    Rohling nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente B aus mindestens zwei niedermolekularen (m<250) aliphatischen oder cycloaliphatischen
    Diolverbindung mit n=2 und mindestens einer höherfunktionellen Hydroxylverbindung mit n>3 besteht .
    Rohling nach Anspruch 8, dadurch
    gekennzeichnet, dass die Hydroxylverbindung mit n=2 Pentandiol und mit n>2 Trimethylolpropan sind .
    Description  (OCR text may contain errors)

    Rohling zur abtragenden Herstellung von

    Ohrpassstücken

    Die Erfindung betrifft einen Rohling zur

    Herstellung mittels Abtragung von individuell an die Konturen eines Ohrkanals angepassten

    Ohrpassstücken auf der Basis eines

    multidimensionalen Computermodells der Konturen der Ohrpassstücke.

    Ohrpassstücke werden heutzutage im Wesentlichen mittels 2 unterschiedlicher Verfahren

    hergestellt. Beim so bezeichneten PNP-Verfahren (Positiv-Negativ-Positiv) nimmt der

    Hörgeräteakustiker in einem ersten Schritt einen Ohrabdruck (Positiv) zur Herstellung einer

    Otoplastik (für hinter dem Ohr getragene Geräte) oder einer Schale (für im Ohr getragene Geräte) . In einem zweiten Schritt wird mittels der

    Abformung eine Negativform (N) angefertigt, in die nachfolgend eine strahlungshärtbare,

    niedrigviskose Formulierung gegossen und

    daraufhin belichtet wird. Das so gefertigte

    Ohrpassstück (Positiv) muss dem Gehörgang optimal angepasst sein. Andernfalls würden ungenaue

    Passstücke Beschwerden (z.B. Druckstellen) verursachen und die Funktion von Hörgeräten beeinträchtigen (z. B. Rückkopplungen).

    Demzufolge ist es wichtig, dass die Formulierung möglichst niedrigviskos d. h. „gut fließend" ist, so dass auch Unterschnitte und feinste

    Oberflächentexturen vom Material ausgefüllt und so abgebildet werden können.

    Als weitere Verfahrensgruppe für die Herstellung von Ohrpassstücken, die auf der Basis digitaler Daten funktioniert, kommen Schichtbauverfahren wie z.B. die Stereolithographie zum Einsatz. Es

    BESTÄTIGUNGSKOPIE ist aus US Pat. 4,575,330 bekannt, dass

    niedrigviskose, strahlungshärtbare Harze bzw. Harzgemische für die Herstellung von

    dreidimensionalen Objekten mittels

    Stereolithographie eingesetzt werden können.

    Ferner ist aus US Pat. 5,487,012 und WO 01/87001 bekannt, dass die Stereolithographie vorteilhaft zur Herstellung von Ohrstücken eingesetzt werden kann. Beim stereolithographischen Verfahren werden dreidimensionale Objekte aus einer niedrigviskosen, strahlungshärtbaren Formulierung in der Weise aufgebaut, dass jeweils eine dünne Schicht (ca. 0,0025-0,1 mm) der Formulierung mittels aktinischer Strahlung in definierter Weise so vorhärtet, dass die erzeugte Schicht die gewünschte Querschnittsform des Objektes an dieser Stelle vorweist. Zeitgleich wird die erzeugte Schicht an die im Schritt zuvor

    gehärtete Schicht polymerisiert . Der Aufbau des Gesamtobjektes lässt sich so mit Hilfe eines computergesteuerten Lasersystems wie z.B. eines Nd:YV04 Festkörperlasers (Viper si2 SLA System, Fa. 3D Systems, USA) bewerkstelligen. Der generierte Formkörper wird gegebenenfalls, z.B. durch Strahlung, nachgehärtet.

    An die im stereolithographischen Prozess

    einsetzbaren Harzformulierungen werden besondere Anforderungen gestellt. Dabei sind insbesondere die Strahlungsempfindlichkeit und die Viskosität der Harzformulierungen, sowie die Festigkeit der mittels Laserhärtung vorgehärteten Formkörper zu nennen. Dieser nicht völlig gehärtete Formkörper wird in der Technik der Stereolithographie als Grünling bezeichnet, und die Festigkeit dieses Grünlings, charakterisiert durch den E-Modul und die Biegefestigkeit, bezeichnet man als Grünfestigkeit. Die Grünfestigkeit stellt für die Praxis der Stereolithographie einen wichtigen Parameter dar, da Formkörper mit geringer

    Grünfestigkeit sich während des

    Stereolithographieprozesses unter ihrem eigenen

    Gewicht deformieren oder während der Nachhärtung, beispielsweise mit einer Xenonbogen- oder

    Halogenlampe, absacken oder sich durchbiegen können. Ferner werden verfahrensbedingt die

    Grünlinge auf unterstützenden Strukturen,

    sogenannten Supports, gebaut. Diese Supports müssen den Grünling stabil während des gesamten Herstellprozesses positionieren, da sich die Position der Grünlinge nicht durch den

    Beschichtungsprozesses verändern darf.

    Entsprechend dürfen die Supports für einen stereolithographischen Prozess nur eine minimale Flexibilität aufweisen. Aus all diesen Gründen ist es heutzutage nur sehr eingeschränkt möglich, flexible Ohrpassstücke auf der Basis 3- dimensionaler Daten zu generieren. Zum einen ist es für das stereolithographische Verfahren notwendig, möglichst niedrigviskose Harze (< 3Pas) einzusetzen. Aus diesem Grunde sind gewisse Materialklassen, wie z.B. Silikonmaterialien oder hochgefüllte Composite, nicht oder nur sehr eingeschränkt zugänglich. Zum anderen besitzen die im o.g. Sinne niedrigviskosen, radikalisch härtenden Harzformulierungen für die Generierung flexibler Ohrpassstücke eine nur geringe

    Reißfestigkeit und sind somit nur für ausgewählte Applikationen im Hörhilfebereich einsetzbar.

    Außerdem sind mit Metallpartikeln gefüllte Harze für generative Fertigungstechnologien und

    anschließende Laserdirektstrukturierung zur

    Herstellung von Ohrpassstücken als Schaltungsträger aufgrund der Sedimentation der Metallpartikel nicht realisierbar.

    Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, spanbare Fräsrohlingen für Ohrpassstücke zur

    Verfügung zu stellen, bei denen die Oberfläche der Rohlinge während des Fräsens nicht

    verschmiert und das Endprodukt eine von der

    Temperatur abhängige Flexibilität besitzt, um zu gewährleisten, dass das Ohrpassstück bei

    Raumtemperatur im hartelastischen Zustand in den Gehörgang eingesetzt werden kann und anschließend durch Körperwärme signifikant weicher wird, um einen möglichst hohen Tragekomfort und

    verringerte Rückkopplungen zu generieren.

    Diese Aufgabe wird durch einen 2-Komponenten- Gießwerkstoff zur Herstellung der Rohlinge gelöst, dessen Komponente A aus einem

    Präpolymerisat und einem

    Iminooxadiazindionderivat besteht und dessen

    Komponente B ein Kettenverlängerungsgemisch enthält. Die beiden Komponenten A und B werden im Folgenden näher beschrieben. Komponenten A enthält ein Präpolymerisat, welches aus der

    Umsetzung eines Überschusses an mindestens TMDI mit mindestens zwei niedermolekularen

    aliphatischen bzw. cycloaliphatischen

    Hydroxylverbindungen (m<200) mit n=2, mindestens einer HydroxylVerbindung mit n>2 und einer höhermolekularen Polyolverbindung mit n>2 und einem m>400 und einem Metallkatalysator

    hergestellt wird, wobei der Überschuss an mol NCO Gruppen zu OH-Gruppen 1 zu 0,5 bis 0,7 beträgt, und einem Iminooxadiazindion-Derivat mit der Formel

    besteht .

    Dabei ist R ein Ci bis Ci6-Alkyl-, insbesondere ein Ci- bis Ci2- Alkyl, Ci~ bis Ci6-Cycloalkyl und/oder Ci- bis Ci6-Alkylcycloalkylrest , der 1 bis 4, vorzugsweise 1 oder 2 Isocyanatgruppen aufweist .

    In den erfindungsgemäßen Formulierungen können zur Umsetzung mit mindestens TMDI als

    aliphatische oder cycloaliphatische

    DiolVerbindungen z.B. Ethylenglycol, Di- und Triethylenglycol, 1,2- und 1 , 3-Propandiol , Di- und Tripropylenglycol, 1,2- und 1,3- oder 1,4- Butandiol, 1, 5-Pentandiol, Dimethylhexandiol, 1, 6-Hexandiol, 2-Methylpentandiol,

    Neopentylglycol, Cyclohexandiol ,

    Dimethylolcyclohexan und 1 , 12-Dodecandiol eingesetzt werden. Als Hydroxylverbindung mit n>2 können beispielsweise Trimethylolethan,

    Trimethylolpropan, Trimethylolbutan, Glycerin und die niedermolekularen Addukte von Ethylen- und/oder Propylenoxid verwendet werden.

    Bevorzugte HydroxylVerbindungen mit n >3 sind mit vier OH-Gruppen Pentaerythritol und Di- Trimethylolpropan, mit sechs OH-Gruppen z.B. Di- Pentaerythritol .

    Die Abkürzung TMDI bedeutet

    Trimethylhexamethylendiisocyanat , „m" bedeutet Molekulargewicht, mit „n" wird die Anzahl der Hydroxylgruppen (OH-Gruppen) im Molekül

    bezeichnet, beispielsweise handelt es sich bei den Verbindungen mit n=2 um Diole,

    NCO bezeichnet die Isocyanat- Gruppe (N=

    Stickstoff, C= Kohlenstoff, 0= Sauerstoff) .

    Besonders bevorzugte HydroxylVerbindung mit n>2 ist Trimethylolpropan .

    Als polymere Polyole werden in den beanspruchten Formulierungen Polyesterpolyole, Polyetherpolyole und Polyalkohole, die sowohl Ether- als auch Estergruppen enthalten, bevorzugt. Dabei sind solche HydroxylVerbindungen bevorzugt, die ein Äquivalentgewicht von 100 bis 800, besonders bevorzugt 250 bis 600 pro Hydroxylgruppe

    besitzen, wobei unter Äquivalentgewicht das Molekulargewicht m pro Hydroxylgruppe n zu verstehen ist.

    Es handelt sich bei den bevorzugten

    Iminooxadiazindion-Derivaten um asymmetrische Trimere von Diisocyanaten . Diese entstehen dadurch, dass sich drei Diisocyanatmonomere über je eine Isocyanatgruppe zusammenschließen und die zweite Isocyanatgruppe erhalten bleibt. Der

    Einfachheit halber werden die erfindungsgemäß verwendeten substituierten 6-Imino-l , 3 , 5- oxadiazin-2 , -dione daher im folgenden auch als Diisocyanat-Trimere bezeichnet. Erfindungsgemäß werden vorzugsweise unter Diisocyanat-Trimeren solche Verbindungen verstanden, die durch drei identische Monomere gebildet werden. Weitere erfindungsgemäß verwendete Iminooxadizindion- Derivate sind z.B. in DE 19611849 A2, DE 19734048 A2 und von Richter und Mertes, Farbe&Lack 106

    (9/2000) Seiten 60ff. genannt. Die

    erfindungsgemäßen Iminooxadiazindion-Derivate lassen sich ähnlich wie die monomeren Isocyanate durch Isocyanat-Polyaddition härten. Im Vergleich zu den symmetrischen Diisocyanat-Trimeren weisen diese eine gleiche Isocyanatreaktivität auf.

    Dabei wird unter symmetrischen Trimeren die entsprechenden Isocyanursäurederivate verstanden, welche eine symmetrische Anordnung der Ringatome und Substituenten aufweisen. Die

    erfindungsgemäßen asymmetrischen Diisocyanat- Trimere unterscheiden sich im Vergleich zu den symmetrischen Varianten durch eine wesentlich höhere Feuchtigkeits- und Temperaturstabilität aus und sind niedrigviskoser. Beispielsweise liegt die Viskosität des asymmetrischen Trimers des HDI (Hexamethylendiisocyanat ) im Vergleich zur symmetrischen Trimervariante um den Faktor 2 niedriger .

    Die o.g. Eigenschaften sind von besonderem

    Vorteil für den Einsatz in Gießwerkstoffen zur Herstellung von Fräsrohlingen, da durch eine möglichst geringe Viskosität das Fließverhalten des Materials in z.B. Unterschnitte einer Form gewährleistet wird. Nur so kann die Rohlingsform optimal mit dem Gießwerkstoff blasenfrei

    abgebildet werden. Die erhöhten Feuchtigkeitsund Temperaturstabilitäten der eingesetzten asymmetrischen Trimeren besitzen unter

    produktionstechnischen Gesichtspunkten den

    Vorteil, dass z.B. unter entsprechenden

    Umgebungsbedingungen ein robuster

    Produktionsprozeß sichergestellt werden kann. In der Komponente A des erfindungsgemäßen

    Gießwerkstoffes zur Herstellung von Fräsrohlingen wird das Präpolymerisat aus mindestens 40 m%, bevorzugt >50 m% mindestens TMDI, mindestens >5 m%, bevorzugt >10 m% mindestens zweier

    Diolverbindungen und >7,5 m%, besonders bevorzugt >10 m% mindestens einer Polyolverbindung und eines Metallkatalysators im Konzentrationsbereich von 200-800 ppm hergestellt, so dass sich ein Molverhältnis von NCO zu OH von 1:0,4 bis 0,6, besonders bevorzugt 1:0,5 ergibt. Das so erzeugte Präpolymerisat wird im Sinne der Erfindung mit mindestens einem asymmetrischen Trimer >5 m%, bevorzugt >10 m% bezogen auf die Gesamtkomponente A gemischt. Dabei soll die erfindungsgemäße

    Komponente A eine Viskosität <17,5 Pas bei 23 °C, bevorzugt <12,5 Pas und besonders bevorzugt <10 Pas besitzen. Hierbei bedeutet m%

    „Massenprozente" .

    Im Weiteren soll die oben beschriebene Komponente A mit einem Kettenverlängerungsgemisch B

    umgesetzt werden. Die Komponente B besteht aus mindestens zwei niedermolekularen (m< 250) aliphatischen oder cycloaliphatischen

    Diolverbindung mit n=2 und mindestens einer höherfunktionellen Hydroxylverbindung mit n > 3 besteht .

    In den erfindungsgemäßen Formulierungen können bevorzugt als aliphatische oder cycloaliphatische Diolverbindungen z.B. Ethylenglycol , Di- und Triethylenglycol, 1,2- und 1, 3-Propandiol, Di- und Tripropylenglycol, 1,2- und 1,3- oder 1,4- Butandiol, 1,5 Pentandiol, Dimethylhexandiol, 1, β-Hexandiol, 2-Methylpentandiol , Neopentylglycol, Cyclohexandiol und

    Dimethylolcyclohexan enthalten sein. Als

    Hydroxylverbindung mit n>2 können beispielsweise Trimethylolethan, Trimethylolpropan,

    Trimethylolbutan, Glycerin und die

    niedermolekularen Addukte von Ethylen- und/oder Propylenoxid verwendet werden. Bevorzugte

    HydroxylVerbindungen mit n >3 sind mit vier 0H- Gruppen Pentaerythritol und Di-Trimethylolpropan, mit sechs OH-Gruppen z.B. Di-Pentaerythritol .

    Besonders bevorzugte Hydroxylverbindungen mit n=2 sind Pentandiol und mit n>2

    Trimethylolpropan .

    Als Katalysatoren für die Urethanreakt ion können verschiedene Organozinnverbindungen eingesetzt werden. Dazu zählen Katalysatoren wie

    Dibutylzinnoxid, Dioctylzinnoxid,

    Dibutylzinnglycolat , -diacetat, -dilaurat, - maleat, Dilaurylzinndiacetat ,

    Dibutylzinnmaleinatester, Di-n- octylzinnmaleinatester,

    Dibutyl zinnalkylmercaptid,

    Dibutylzinnmercaptoester , Tributylzinnlaurat und Di-n-octylzinncarboxylate . Besonders bevorzugt sind, unter Berücksichtigung des

    medizintechnischen Anwendungsfeldes und den toxikologischen Wirkungen, zinnfreie

    Metallkatalysatoren wie z.B.

    Einmetallkatalysatoren basierend auf Zink- oder Bismutcarboxylaten oder Mischkatalysatoren wie sie z.B. kommerziell unter den Namen Borchi Kat der Fa. Borchers erhältlich sind. Diese sind im Vergleich zu den o.g. Zinnverbindungen für den Medizintechnikbereich vorteilhafterweise

    einzusetzen, da z.B. im Falle des Dibutylzinndilaurates während dessen Herstellung in Nebenreaktionen, Verunreinigungen

    triorganischer Zinnverbindungen entstehen, die mit hohem toxikologischen Potential verbunden sind. Ferner gibt es eine bis heute noch nicht vollständig geklärte immunotoxische Wirkpotenz der Dibutylzinnverbindung . Die Katalysatoren können sowohl in der Komponente A oder aber auch im Kettenverlängerergemisch eingesetzt werden. Das erfindungsgemäße Kettenverlängerergemisch (Komponente B) besteht aus mindestens zwei niedermolekularen (m< 250) aliphatischen oder cycloaliphatischen Diolverbindung mit n=2 mit mindestens >40 m%, bevorzugt >50 m% und besonders bevorzugt >60 m% in und mindestens einer

    höherfunktionellen Hydroxylverbindung mit n > 3 mit >10 und bevorzugt >20 m% bezogen auf die gesamte Komponente b.

    Nachfolgend finden sich ein Vergleichsbeispiel und die Verwendungsbeispiele der o.g.

    erfindungsgemäßen Formulierungen .

    Beispielformulierung 1

    Herstellungsbeispiel Polyisocyanat (A-Komponente) In eine gründlich getrocknete 0,25 L

    Dreihalsrundkolbenapparatur mit

    Stickstoffeinleitung werden 5,97 g

    Hexamethylendiisocyanat und 66,97 g TMDI- Isomerengemisch vorgelegt. Nach Zugabe von 0,03 g Dibutylzinndilaurat wird die Mischung unter

    Stickstoffatmosphäre und kräftigem Rühren auf 90 °C aufgeheizt. Innerhalb von 30 bis 60 Minuten wird dann eine homogene Mischung aus 6,82 g 1,5- Pentandiol, 7,73 g 1 , 6-Hexandiol , 1,1 g 1,1,1- Trimethylhexandiol und 11,41 g eines linearen bifunktionellen Polyesters (z.B. Oxyester T1136, Fa. Evonik) mittels eines Tropftrichters so zugetropft, dass die Temperatur im Zeitverlauf auf 100 bis 110 °C steigt. Anschließend lässt man das entstandene, viskose Präpolymer zur

    Vervollständigung der Umsetzung für 30 bis 60 Minuten bei 100 bis 110 °C nachreagieren. Dann wird die Mischung auf Raumtemperatur abgekühlt. Der Isocyanatanteil der so hergestellten A- Komponente beträgt 16,8 m-% . Die Viskosität des

    Adduktes beträgt bei 23°C 16,8 Pas.

    Herstellungsbeispiel Kettenverlängerungsgemisch ( B-Komponente )

    In einer 0,25 L Dreihalsrundkolbenapparatur werden 10,19 g 2 , 5-Dimethyl-2 , 5-hexandiol, 31,96 g 1, -Butandiol, 10,07 g 1, 5-Pentandiol, 19,95 g 1, 6-Hexandiol und 27,83 g 1 , 1 , 1-Trimethylolpropan vorgelegt. Unter Stickstoffatmosphäre wird die Mischung auf 70 °C aufgeheizt und so lange verrührt, bis eine klare, homogene Lösung

    entstanden ist. Der Hydroxylanteil der so

    hergestellten B-Komponente beträgt 34,0 m-%. Die Viskosität beträgt bei 23°C 0,3 Pas.

    Alternative Herstellung

    Alternativ kann das beschriebene Polyisocyanat (A-Komponente) ohne Katalysator dargestellt werden. Hierzu wird die Temperatur nach Zugabe der hydroxylgruppenhaltigen Mischung und

    Abschluss der beschriebenen Reaktionszeiten zusätzlich für 1 bis 2 Stunden bei 120 °C

    gehalten. Der Katalysator wird dann der B- Komponente beigefügt. Die Beispielformulierung 1 enthält kein asymmetrisches Iminooxadiazindion-Derivat .

    Entsprechend wurde für die A-Komponente des

    Beispiels eine Viskosität von 18,4 Pas bestimmt. Daraus folgt, dass das Material nur eingeschränkt als Giesskunststoff verwendet werden kann. Ferner wurde ein HDI-Monomer zur Herstellung des Polymers als NCO-Komponente eingesetzt. Dies ist wie o. beschrieben unter toxikologischen und produktionstechnischen Aspekten unerwünscht.

    Tabl : Übersicht der Zusammensetzung des Präpolymers der

    Beispielformulierungen 1 bis 4

    Beispielformulierung 1 2 3 4

    1 , 6-Hexamethylendiisocyanat , m-% 5, 97 0, 00 0, 00 0, 00

    2,2,4- und 2,4,4- 66, 97 70, 70 70, 70 70, 70

    Trimethylhexamethylendiisocyanat , m-

    1, 5-Pentandiol, m-% 6, 82 7, 55 7,55 7,55

    1, 6-Hexandiol, m-% 7,73 8,55 8,55 8,55

    1 , 1, 1-Trimethylolpropan, m-% 1,1 1, 07 1, 07 1, 07 linearer, OH-bifunktioneller 11, 41 12, 14 12, 14 12, 14

    Polyester, m-%

    100 100 100 100

    Organozinnkatalysator , ppm 300 300 300 0

    Organobismuthkatalysator , ppm 0 0 0 600

    Molverhältnis OH zu NCO 1 1 : 1 : 1 :

    :0,43 0,50 0,50 0,50 Beispielformulierung 2

    Herstellungsbeispiel Polyisocyanat (Präpolymer) In eine gründlich getrocknete 0,25 L

    Dreihalsrundkolbenapparatur mit

    Stickstoffeinleitung werden 70,7 g TMDI- Isomerengemisch vorgelegt. Nach Zugabe von 0,03 g Dibutylzinndilaurat wird die Mischung unter

    Stickstoffatmosphäre und kräftigem Rühren auf 90 °C aufgeheizt. Innerhalb von 30 bis 60 Minuten wird dann eine homogene Mischung aus 7,55 g 1,5- Pentandiol, 8,55 g 1 , 6-Hexandiol, 1,07 g 1,1,1- Trimethylhexandiol und 12,14 g eines linearen bifunktionellen Polyesters (z.B. Oxyester T1136, Fa. Evonik) mittels eines Tropftrichters so zugetropft, dass die Temperatur im Zeitverlauf auf 100 bis 110 °C steigt. Anschließend lässt man das entstandene, viskose Präpolymer zur

    Vervollständigung der Umsetzung für 30 bis 60 Minuten bei 100 bis 110 °C nachreagieren. Dann wird die Mischung auf Raumtemperatur abgekühlt.

    Herstellungsbeispiel Polyisocyanat (A-Komponente) Zur Herstellung der monomerfreien, gut

    gießfähigen Polyisocyanatmischung (A-Komponente) werden zu 86,0 g des o.g. Präpolymers 14,0 g eines symmetrischen Polyhexamethylendiisocyanats (z.B. Desmodur N3300, Fa. Bayer) zugegeben und die Mischung homogen verrührt. Der

    Isocyanatanteil der so hergestellten A-Komponente beträgt 15,2 m-%. Die Viskosität des Adduktes beträgt bei 23 °C 11,0 Pas.

    Herstellungsbeispiel Kettenverlängerungsgemisch

    (B-Komponente ) In einer 0,25 L Dreihalsrundkolbenapparatur werden 10,45 g 2 , 5-Dimethyl-2 , 5-hexandiol , 32,78 g 1, 4-Butandiol, 8,89 g 1 , 5-Pentandiol , 18,84 g 1 , 6-Hexandiol und 29,04 g 1 , 1 , 1-Trimethylolpropan vorgelegt. Unter Stickstoffatmosphäre wird die Mischung auf 70 °C aufgeheizt und so lange verrührt, bis eine klare, homogene Lösung

    entstanden ist. Der Hydroxylanteil der so

    hergestellten B-Komponente beträgt 34,2 m-% . Die Viskosität beträgt bei 23 °C 0,4 Pas.

    Alternative Herstellung

    Alternativ kann das beschriebene Polyisocyanat (Präpolymer) ohne Katalysator dargestellt werden. Hierzu wird die Temperatur nach Zugabe der hydroxylgruppenhaltigen Mischung und Abschluss der beschriebenen Reaktionszeiten zusätzlich für 1 bis 2 Stunden bei 120 °C gehalten. Der

    Katalysator wird dann der B-Komponente beigefügt.

    Die Beispielformulierung 2 enthält kein

    asymmetrisches Iminooxadiazindion-Derivat .

    Entsprechend wurde für die A-Komponente des

    Beispiels eine Viskosität von 11,0 Pas bestimmt. Daraus folgt, dass das Material als

    Giesskunststoff zur Herstellung von Fräsrohlingen verwendet werden kann, jedoch die Mischung mit dem Kettenverlängerergemisch schwierig

    durchzuführen ist. Insbesondere werden feine Luftblasen während des Mischvorganges in das Material eingetragen, die entweder in einem

    Drucktopf entfernt werden müssen oder zu

    Inhomogenitäten im Material ungünstigerweise führen können. Ferner wurde kein HDI-Monomer zur Herstellung des Polymers als NCO-Komponente eingesetzt. Dies ist wie o. beschrieben unter toxikologischen und produktionstechnischen

    Aspekten erwünscht.

    Tab.2: Übersicht der Zusammensetzung der Komponenten a

    der Beispielformulierungen 1 bis 4

    Beispielformulierung 1 2 3 4

    Präpolymer, m-% 100 86 86, 89 86, 89 symmetrisches HDI-Polyisocyanat , m-% 0 14 0 0 asymmetrisches HDI-Polyisocyanat , m-% 0 0, 00 13, 11 13, 11

    100 100 100 100

    Anteil NCO, m-% 16, 8 15,2 15, 4 15, 4

    Viskosität, Pas 18, 0 11, 0 9,4 9,4

    Beispielformulierung 3

    Herstellungsbeispiel Polyisocyanat (Präpolymer) In eine gründlich getrocknete 0,25 L

    Dreihalsrundkolbenapparatur mit

    Stickstoffeinleitung werden 70,7 g TMDI- Isomerengemisch vorgelegt. Nach Zugabe von 0,03 g Dibutylzinndilaurat wird die Mischung unter

    Stickstoffatmosphäre und kräftigem Rühren auf 90

    °C aufgeheizt. Innerhalb von 30 bis 60 Minuten wird dann eine homogene Mischung aus 7,55 g 1,5- Pentandiol, 8,55 g 1 , 6-Hexandiol, 1,07 g 1,1,1- Trimethylhexandiol und 12,14 g eines linearen bifunktionellen Polyesters (z.B. Oxyester T1136,

    Fa. Evonik) mittels eines Tropftrichters so

    zugetropft, dass die Temperatur im Zeitverlauf auf 100 bis 110 °C steigt. Anschließend lässt man das entstandene, viskose Präpolymer zur Vervollständigung der Umsetzung für 30 bis 60

    Minuten bei 100 bis 110 °C nachreagieren. Dann wird die Mischung auf Raumtemperatur abgekühlt.

    Herstellungsbeispiel Polyisocyanat (A-Komponente) Zur Herstellung der monomerfreien, gut

    gießfähigen Polyisocyanatmischung (A-Komponente) werden zu 86,89 g des o.g. Präpolymers 13,11 g eines asymmetrischen Polyhexamethylendiisocyanats (z.B. Desmodur XP2410, Fa. Bayer) zugegeben und die Mischung homogen verrührt. Der

    Isocyanatanteil der so hergestellten A-Komponente beträgt 15,4 m-%. Die Viskosität des Adduktes beträgt bei 23 °C 9,4 Pas.

    Herstellungsbeispiel KettenVerlängerungsgemisch (B-Komponente)

    In einer 0,25 L Dreihalsrundkolbenapparatur werden 10,45 g 2 , 5-Dimethyl-2 , 5-hexandiol , 32,78 g 1, 4-Butandiol, 8,89 g 1 , 5-Pentandiol , 18,84 g 1 , 6-Hexandiol und 29,04 g 1, 1 , 1-Trimethylolpropan vorgelegt. Unter Stickstoffatmosphäre wird die Mischung auf 70 °C aufgeheizt und so lange verrührt, bis eine klare, homogene Lösung

    entstanden ist. Der Hydroxylanteil der so

    hergestellten B-Komponente beträgt 34,2 m-%. Die Viskosität beträgt bei 23 °C 0,4 Pas.

    Alternative Herstellung

    Alternativ kann das beschriebene Polyisocyanat (Präpolymer) ohne Katalysator dargestellt werden Hierzu wird die Temperatur nach Zugabe der hydroxylgruppenhaltigen Mischung und Abschluss der beschriebenen Reaktionszeiten zusätzlich für 1 bis 2 Stunden bei 120 °C gehalten. Der

    Katalysator wird dann der B-Komponente beigefügt.

    Die Beispielformulierung 3 enthält ein

    asymmetrisches Iminooxadiazindion-Derivat .

    Entsprechend wurde für die A-Komponente des

    Beispiels eine Viskosität von 9,4 Pas bestimmt.

    Daraus folgt, dass das Material als

    Giesskunststoff zur Herstellung von Fräsrohlingen gut verwendet werden kann und die Mischung mit dem Kettenverlängerergemisch gut durchzuführen ist. Ferner wurde kein HDI-Monomer zur

    Herstellung des Polymers als NCO-Komponente eingestzt. Dies ist wie o. beschrieben unter toxikologischen und produktionstechnischen

    Aspekten erwünscht.

    In Abb. 4 ist der zeitabhängige

    Viskositätsverlauf der Komponenten a der

    Beispielformulierung 2 und 3 bei

    Umgebungsbedingungen dargestellt. Diese Varianten unterscheiden sich im wesentlichen dadurch, dass in Formulierung 2 die symmetrische Trimer- Variante des HDI und in Formulierung 3 dis asymmetrische Variante zum Einsatz kommt. Der Abbildung kann man entnehmen, dass der

    Viskositätsanstieg vorteilhafterweise geringer für die asymmetrische Variante auftritt. Dies ist unter produktionstechnischen Gesichtspunkten ein signifikanter Vorteil. Tab.3: Übersicht der Zusammensetzung der Komponenten b

    der Beispielformulierungen 1 bis 4

    Beispielformulierung 1 2 3 4

    1, 4-Butandiol, m-% 31, 96 32, 78 32, 78 32, 78

    1 , 5-Pentandiol , m-% 10, 07 8,89 8,89 8,89

    1, 6-Hexandiol, m-% 19, 95 18, 84 18, 84 18,84

    2 , 5-Dimethylhexan-2 , 5-diol , m-%1 10, 19 10, 45 10, 45 10,45

    1,1/ 1-Trimethylolpropan, m-% 27, 83 29, 04 29, 04 29, 04

    100 100 100 100

    Anteil OH, m-% 34, 0 34,2 34,2 34,2

    Viskosität, Pas 0,3 0,4 0,4 0,4

    Beispielformulierung 4 :

    Herstellungsbeispiel Polyisocyanat (Präpolymer) In eine gründlich getrocknete 0,25 L

    Dreihalsrundkolbenapparatur mit

    Stickstoffeinleitung werden 70,7 g TMDI- Isomerengemisch vorgelegt. Nach Zugabe von 0,06 g Organobismuthkatalysator (z.B. Borchi Kat 24, Fa.

    OMG Borchers) wird die Mischung unter

    Stickstoffatmosphäre und kräftigem Rühren auf 90

    °C aufgeheizt. Innerhalb von 30 bis 60 Minuten wird dann eine homogene Mischung aus 7,55 g 1,5- Pentandiol, 8,55 g 1 , 6-Hexandiol , 1,07 g 1,1,1- Trimethylhexandiol und 12,14 g eines linearen bifunktionellen Polyesters (z.B. Oxyester T1136,

    Fa. Evonik) mittels eines Tropftrichters so

    zugetropft, dass die Temperatur im Zeitverlauf auf 100 bis 110 °C steigt. Anschließend lässt man das entstandene, viskose Präpolymer zur

    Vervollständigung der Umsetzung für 30 bis 60

    Minuten bei 100 bis 110 °C nachreagieren. Dann wird die Mischung auf Raumtemperatur abgekühlt.

    Herstellungsbeispiel Polyisocyanat (A-Komponente ) Zur Herstellung der monomerfreien, gut

    gießfähigen Polyisocyanatmischung (A-Komponente) werden zu 86,89 g des o.g. Präpolymers 13,11 g eines asymmetrischen Polyhexamethylendiisocyanats

    (z.B. Desmodur XP2410, Fa. Bayer) zugegeben und die Mischung homogen verrührt. Der

    Isocyanatanteil der so hergestellten A-Komponente beträgt 15,4 m-% . Die Viskosität des Adduktes beträgt bei 23 °C 9,4 Pas.

    Herstellungsbeispiel KettenVerlängerungsgemisch ( B-Komponente )

    In einer 0,25 L Dreihalsrundkolbenapparatur werden 4,75 g 2 , 5-Dimethyl-2 , 5-hexandiol, 14,88 g

    1, 4-Butandiol, 4,04 g 1, 5-Pentandiol, 8,56 g 1,6- Hexandiol und 13,19 g 1 , 1 , 1-Trimethylolpropan vorgelegt. Unter Stickstoffatmosphäre wird die Mischung auf 70 °C aufgeheizt und so lange verrührt, bis eine klare, homogene Lösung

    entstanden ist. Der Hydroxylanteil der so

    hergestellten B-Komponente beträgt 34,2 m-%. Die Viskosität beträgt bei 23 °C 0,3 Pas. Alternative Herstellung

    Alternativ kann das beschriebene Polyisocyanat (Präpolymer) ohne Katalysator dargestellt werden. Hierzu wird die Temperatur nach Zugabe der hydroxylgruppenhaltigen Mischung und Abschluss der beschriebenen Reaktionszeiten zusätzlich für 1 bis 2 Stunden bei 120 °C gehalten. Der

    Organobismuthkatalysator wird dann der B- Komponente beigefügt.

    Die Beispielformulierung 4 enthält ein

    asymmetrisches Iminooxadiazindion-Derivat .

    Entsprechend wurde für die A-Komponente des

    Beispiels eine Viskosität von 9,4 Pas bestimmt.

    Daraus folgt, dass das Material als

    Giesskunststoff zur Herstellung von Fräsrohlingen gut verwendet werden kann und die Mischung mit dem Kettenverlängerergemisch gut durchzuführen ist. Ferner wurde kein HDI-Monomer und keine Organozinnverbindung zur Herstellung des

    Präpolymers als NCO-Komponente eingesetzt. Dies ist wie o. beschrieben unter toxikologischen und produktionstechnischen Aspekten erwünscht.

    Tab.4: Übersicht der chemisch physikalischen Werte der

    Beispielformulierungen 1 bis 4

    Beispielformulierung 1 2 3 4

    A-Komponente, m-% 83, 3 84,8 84,6 84, 6

    B-Komponente, m-% 16,7 15, 2 15, 4 15, 4

    Aussehen Probekörper klar klar klar klar

    Shorehärte, 23 °C 95 85 95 95

    Shorehärte, 37 °C 70 70 75 72

    Shorehärte, 60 °C 66 64 60 60

    Zugdehnung, % 250 150 200 190

    Zugspannung, MPa 40 25 31 25

    Wasseraufnahme, μg/mmΛ3 41,9 29,9 25, 3 28, 6 Eine Übersicht über die Beispielformulierungen und deren chemisch physikalischen Werte ist in Tab.l bis 4 gegeben.

    Die Bes immungen wurden wie folgt durchgeführt. Zur Herstellung eines Fräsrohlings werden A- und B-Komponente nach den in den

    HerStellungsbeispielen angegebenen

    Mengenverhältnissen in einem geeigneten Gefäß homogen vermischt.

    Die Mischung wird in eine geeignete und trockene Form eingegossen. Die Aushärtung erfolgt

    zweckmäßigerweise bei erhöhter Temperatur (z.B. 60 bis 80 °C) und erhöhtem Druck (> 4 bar) in einem geeigneten Druckpolymerisationsgerät (z.B. Polymax, Fa. Dreve) für eine Stunde. Nach dem Abkühlen werden auf diese Weise für alle

    Varianten farblose und glasklare Fräsrohlinge erhalten.

    Die Viskositäten wurden alle gemäß DIN 53019 bestimmt .

    Dabei wurden je Bestimmung der Viskosität 2 g Substanz eingesetzt. Die Ermittlung der

    Viskosität erfolgte mittels einer Kegel-Platte

    Prüfanordnung auf einem Bohlin Rheometer vom Typ CVO 120 bei 23 °C.

    Die Shore-Härten wurden gemäß DIN 53505 bestimmt. Dazu wurde ein 15x15x15 mm großer Probekörper wie oben beschrieben angefertigt. Dieser wurde anschließend bei den in Tab. 4 angegebenen

    Temperaturen für mindestens eine Stunde gelagert. Die Bestimmung der Shore-Härte erfolgte sofort im Anschluss mittels eines Shore-Härte- Handmessgerätes der Firma Zwick. Die Zugdehnung und die Zugspannung wurde gemäß DIN 53504 an einem Normstab S2 bestimmt.

    Zur Bestimmung der mechanischen Parameter wurde ein 2x200x200 mm großer Probekörper wie oben beschrieben angefertigt. Aus diesem wurden mittels einer Stanzvorrichtung die Normstäbe S2 (n=5) hergestellt. Alle Prüfungen erfolgten auf einer Universalprüfmaschine der Firma Instron, Typ 5565.

    Die Wasseraufnahme wurde gemäß DIN EN ISO 1567-

    2000 bestimmt.

    Dazu wurden jeweils 10 runde Probekörper mit einem Durchmesser von ca. 15 mm und einer Dicke von ca. 1 mm wie oben beschrieben angefertigt. Die Bestimmung der Wasseraufnahme erfolgte dann nach DIN EN ISO 1567-2000.

    Anschließend wurden wie oben beschrieben

    Fräsrohlinge mit einem Durchmesser von 110 mm und einer Dicke von 25 mm hergestellt und in einer Fräsmaschine 3D-variomill 5A der Fa. Dentona bearbeitet. Dabei konnten aus allen Rohlingen Otoplastiken erhalten werden.

    Man kann den Tabellen 1-4 entnehmen, dass mittels der erfindungsgemäßen Formulierungen ein

    Gießwerkstoff zur Herstellung von Fräsrohlingen zur Verfügung gestellt wird, der alle

    Anforderungen an einen Fräswerkstoff zur

    Herstellung von Ohrpassstücken erfüllt.

    Zusätzlich wird mit den erfindungsgemäßen

    Formulierung ein Werkstoff erhalten, der im

    Vergleich zum Stande der Technik eine wesentlich höhere Stabilität im Hinblick auf Feuchtigkeit bei einer verringerten Toxizität für den Anwender darstellt. So können aus dem Giesswerkstoff glasklare Fräsrohlinge für Ohrpassstücke erhalten werden, die durch Fräsen und Schleifen an die Besonderheiten des Gehörganges und die

    entsprechende Versorgung individuell angepasst werden. Ferner besitzt dieser Werkstoff eine temperaturabhängige Shore-Härte. Dadurch kann bei Raumtemperatur das Ohrpassstück einfach in den

    Gehörgang geschoben werden. Bei der

    Körpertemperatur des Trägers wird das Material „weicher" und schmiegt sich deshalb besser dem Gehörgang an. Dadurch werden eine bessere

    Abdichtung und somit geringere

    Rückkopplungsneigungen und ein höherer

    Tragekomfort erzielt.

    Patent Citations
    Cited PatentFiling datePublication dateApplicantTitle
    WO2001087001A2Jul 26, 2001Nov 15, 2001Phonak AgMethod for manufacturing hearing devices
    DE4107284A1 *Mar 7, 1991Sep 12, 1991Heba Otoplastisches Labor PaulVerfahren zur herstellung von polyurethanen
    DE19611849A1Mar 26, 1996Oct 2, 1997Bayer AgNeue Isocyanattrimerisate und Isocyanattrimerisatmischungen, deren Herstellung und Verwendung
    DE19734048A1Aug 6, 1997Feb 11, 1999Bayer AgVerfahren zur Herstellung von Polyisocyanaten, damit hergestellte Polyisocyanate und deren Verwendung
    DE102004050868A1 *Oct 18, 2004Apr 20, 2006Dreve Otoplastik GmbhNiedrigviskose, strahlungshärtbare Formulierung zur Herstellung von Ohrpassstücken
    DE102009005711A1 *Jan 22, 2009Jul 29, 2010Bayer Materialscience AgPolyurethanvergussmassen
    US4575330Aug 8, 1984Mar 11, 1986Uvp, Inc.Apparatus for production of three-dimensional objects by stereolithography
    US5487012Oct 12, 1994Jan 23, 1996Topholm & Westermann ApsMethod of preparing an otoplasty or adaptive earpiece individually matched to the shape of an auditory canal
    Non-Patent Citations
    Reference
    1RICHTER; MERTES FARBE&LACK Bd. 106, September 2000, Seite 60FF
    Classifications
    International ClassificationC08G18/73, C08G18/78, C08G18/12, C08G18/66
    Cooperative ClassificationH04R25/658, C08G18/7887, C08G18/73, C08G18/664, C08G18/12
    Legal Events
    DateCodeEventDescription
    May 29, 2013121Ep: the epo has been informed by wipo that ep was designated in this application
    Ref document number: 12787349
    Country of ref document: EP
    Kind code of ref document: A1
    Oct 29, 2014122Ep: pct app. not ent. europ. phase
    Ref document number: 12787349
    Country of ref document: EP
    Kind code of ref document: A1